Lucie Vérot: FEIERABEND

Szenische Lesung „Fins de service“ von Lucie Vérot, ALT, Regie Véronique Bellegarde, Schauspieler*innen Korotoumou Sidibé // Sophie Richelieu // Etienne Galharague Soutiens / ARTCENA /TDI 
https://www.youtube.com/watch?v=_INJS7D4-O0&feature=youtu.be

Lucie Vérot zum Stück FINS DE SERVICE [FEIERABEND] anlässlich seiner Übersetzung ins Deutsche (07.02.2021):

Zusammenfassung 

Das Stück spielt in Französisch-Guayana und umfasst die Zeitspanne der Vorbereitung einer Toten für die Aufbahrung.

Zwei Handlungsorte wechseln ab. Am ersten bereiten in einem Krankenhauszimmer Malaï, Thanatopraktikerin, und Pierrot, Thanatopraktiker in der Ausbildung, die Tote zur Aufbahrung vor. Malaï stammt aus Französisch Guayana, Pierrot kommt aus dem europäischen Mutterland. Die Verstorbene, Tess, ist sehr jung.

Die Vorgänge am zweiten Handlungsort, der „Bar des Sports“, in der Tess während der Sommermonate als Kellnerin arbeitet, haben einige Tage vorher stattgefunden. Tess bedient Männer der Fremdenlegion und Polizisten und Ingenieure des benachbarten Raumfahrtzentrums aus dem Mutterland. Sie ist Studentin und verfolgt das ehrgeizige Ziel, selbst eines Tages im Raumfahrzentrum zu arbeiten. Eines Abends lernt sie am Ende ihrer Schicht in der Bar Pierrot kennen, der gerade in Französisch-Guayana angekommen ist.

Im Totenzimmer vermittelt Malaï Pierrot Erkenntnisse aus ihrem Berufsleben und warnt ihn vor Gefahren, die man meiden muss, will man der Arbeit gewachsen sein. Die beiden kommen sich näher.

 An beiden Handlungsorten geht es um das Verhältnis zwischen Einheimischen und „Metros“ aus dem Mutterland, der „France métropolitaine“, um unseren Umgang mit dem Tod und um eine junge Frau, die sich weder lebend noch tot mit ihrem Schicksal abfinden will.

Hinweis der Autorin 

FINS DE SERVICE [FEIERABEND] gehört zu einer thematisch bestimmten Gruppe von Theaterstücken, die ich im Zusammenhang mit meinen Erinnerungen an Französisch-Guayana, wo ich eine Zeitlang lebte, geschrieben habe oder noch schreibe: Mangrove (Éditions Espaces 34, 2019 ; Übersetzung Mangroven, Wolfgang Barth, Verlag derAutoren, 2020), Jeune qui veille et vieuxqui dort (Übersetzung Junger Mensch, der wacht, und alter Mensch, der schläft, Wolfgang Barth, 2020) und Zone de balancement des marées [Zone des Wiegens der Gezeiten] (in Arbeit).

FINS DE SERVICE wurde ausgezeichnet mit dem Artcena – Förderpreis für dramatisches Schreiben – November 2020.

Link ARTCENA-Förderpreis

Lucie Vérot, 12.02.2021         [Übersetzung: Wolfgang Barth, 18.02.2021]

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