Das Théâtre des Variétés

© Foto: Wolfgang Barth. Deckblatt des Programmheftes „Théâtre des Variétés » vom Juni 1914

Der große Erfolg Marcel Pagnols begann mit der Uraufführung des Stückes Topaze (siehe Übersetzungsliste) am 9. Oktober 1928 und den nachfolgenden Hunderten von Aufführungen im Théâtre des Variétés in Paris.

Im Sommer 2019 entdeckte ich in einem Antiquariat in Saint Julien en Born ein Programmheft des Théâtre des Variétés und kaufte es sofort. Aufgrund eines handschriftlichen Eintrages lässt es sich datieren:

© Foto: W. B. Handschriftlicher Eintrag im Programm.

Das Blättern in diesem Programmheft war wie eine Zeitreise. Besonders deutlich wurde dies bei der eingebetteten Werbung wie zum Beispiel dieser:

© Foto: W. B. 228 Stundenkilometer. Offizieller Welt-Geschwindigkeitsrekord.

Das Titelblatt enthält auch den Namen des Künstlers und ein weiteres Datum:

© Foto: W. B. Ausschnitt Titelblatt.

Aber können das Théâtre des Variétés und seine Umgebung 1913 oder 1914 tatsächlich so ausgesehen haben? Neugierig geworden, suchte ich nach weiteren historischen Bildern:

Das Théâtre des Variétés und die beiden ersten Kuppeln der Passage des Panoramas zu Beginn des 19. Jahrhunderts (1)

Links: Ohne Datum (2) 
Rchts: Um 1900 (3)

Schon um 1900 war die Umgebung des Theaters durchgehend bebaut. Der Künstler hat also eine historische Vorlage aus der Anfangszeit benutzt oder seiner Fantasie freien Lauf gelassen.

Die Besucher 1914 wird es nicht gestört haben, im Gegenteil. Das Theater ist ja ein Raum sowohl der Realität als auch der Fantasie und auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde mit vergangenen Zeiten und der Gegenwart gespielt.

Dies zeigt sich besonders schön an einer Werbeanzeige aus dem Programmheft des « Théâtre de l’Athéenne » (Saison 1911-1912, « Le cœur dispose » de M. Francis de Croisset), das ich beim selben Antiquar erwarb:

EURODRAM AUSWAHL 2019

AUSWAHL 2019 (ÜBERSETZUNGEN) – DEUTSCHSPRACHIGES KOMITEE

Maya Arad Yasur: Amsterdam (אמסטרדם)

übersetzt aus dem Hebräischen von Matthias Naumann
Rowohlt Theater Verlag

Marina Skalova: Sturz der Kometen und der Kosmonauten (La chute des comètes et des cosmonautes)

übersetzt aus dem Französischen von Marina Skalova und Frank Weigand
Fischer Theater & Medien

Frédéric Sonntag: B. Traven (B. Traven)

übersetzt aus dem Französischen von Yvonne Griesel
Rowohlt Theater Verlag

Das vom Bundeskanzleramt Österreich vergebene Übersetzungsstipendium geht an Anna Szostak-Weingartner (für ihre Übersetzung von „Himmel und Hölle“ von Maria Wojtyszko).

In Zusammenarbeit mit dem polnischsprachigen Eurodram-Komitee und der Stipendiatin wird in den kommenden Wochen die Entscheidung für einen zu übersetzenden Theatertext gefunden werden.

Gefördert durch / in Zusammenarbeit mit:

zurück EURODRAM-Ereignisse / Retour événements EURODRAM

NEXUS KURDISCH DEUTSCHES THEATERNETZWERK

Flyer NEXUS KURDISCH-DEUTSCHES THEATERNETZWERK

Nexus bedeutet Verbindung. Die vom Bonner fringe ensemble ins Leben gerufene und vom Land NRW geförderte Initiative verfolgt zunächst das Ziel, in Deutschland lebenden kurdischen Theaterschaffenden eine Plattform zu bieten. Diese schafft die Basis für den Aufbau eines kurdisch-deutschen Theaternetzwerks. Eine fünfteilige Workshop-Reihe bildet den Auftakt kooperativer Arbeit und soll Allianzen zwischen in Deutschland lebenden kurdischen und deutschen Theaterakteuren fördern. Wer an der Teilnahme eines Workshops interessiert ist, kann über diese Seite mit uns Kontakt aufnehmen.

Mit Unterstützung von Mirza Metin, kurdischer Autor, Regisseur und Schauspieler Şermola Perfomans, und der in Deutschland aufgewachsenen kurdischen Schauspielerin Hicran Demir, wird das Archiv hier lebender kurdischer Theaterschaffender – AutorInnen, RegisseurInnen, AusstatterInnen, SchauspielerInnen, VideokünstlerInnen und TheatermusikerInnen – kontinuierlich wachsen.

Die Idee für nexus entstand in der Zusammenarbeit von Frank Heuel fringe ensemble und Mirza Metin Şermola Perfomans – in dem Bewusstsein, dass es für in Deutschland lebende kurdische Theaterleute nicht einfach ist, hier eine neue künstlerische Heimat aufzubauen. Wir freuen uns auf einen lebendigen Austausch einer stetig wachsenden Community!

Text:  https://www.nexus-theatre.net/ 

Workshops

Maja Das Gupta, Helim Yusiv, Ulrike Syha, Volker Lüdecke, Wajiha Said und Mirza Metin

Zum Beispiel WORKSHOP III, 1. bis 03. Februar 2018

Heimat | Autoren

“und dann kam eine fremde Person herein”
Deutsche und kurdische Theaterautoren

In dem dritten nexus-Workshop trafen kurdische und deutsche AutorenInnen aufeinander. In Vorbereitung des Workshops schrieben die AutorenInnen ausgehend von dem Satz „und dann kam eine fremde Person herein“ einen Monolog. Die entstandenen kurdischen Monologe wurden ins Deutsche und die deutschen Monologe ins Kurdische übersetzt. Im Workshop verfassten die AutorenInnen gemeinsam neue Texte und haben sich über das Schreiben, das Geschriebene und die Form des theatralen Schreibens ausgetauscht und gemeinsam Formate ausprobiert.

 Weitere Informationen: https://www.nexus-theatre.net/ 

Mirza Metin Köln-Premiere ANZIEHUNGSKRÄFTE

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Mirza Metin, Köln-Premiere ANZIEHUNGSKRÄFTE am 14.02.2019 im Orangerie-Theater Köln

Mirza Metin, 14.02.2019  Foto: W. Barth
Am 27.10.2018, dem letzten Tag der EURODRAM-Jahresversammlung in Budapest, erzählte mir MIRZA METIN, dass er mit einem Stipendium des IFA (Institut für Auslandsbeziehungen) für ein halbes Jahr als Artist-in-Residence mit dem fringe ensemble zusammenarbeite und ein Auftragswerk schreibe. Zur Köln-Premiere werde er mich einladen.

Als mich die Mail mit der Einladung am Abend des 13.02.2019 für den Folgetag erreichte, setzte ich mich in den Berlingo und stellte diesen wenige Stunden später vor dem Orangerie-Theater am Volksgarten in Köln ab. So hatte ich eine Wohnstätte und konnte am 14.02. die Köln-Premiere des Stückes ANZIEHUNGSKRÄFTE erleben.
Das Theater
Orangerie-Theater Köln in der Stille des Volksgartens bei meiner Ankunft am 13.02.2018
Das Orangerie-Theater im Volksgarten ist ein seit Jahren etabliertes Freies Theaterhaus in der Kölner Südstadt. Die ehemalige Dienstvilla des Garten Direktors der Stadt Köln befindet sich auf einem ursprünglich als Festungsbauwerk errichteten Areal. Nach langjähriger Nutzung als städtische Gärtnerei wurde das Theater 1990 von einem Künstlerkollektiv gegründet und erhält seit 2007 Konzeptionsförderung seitens der Stadt Köln für sein innovatives Theaterkonzept. 2012 hat Marko Berger die künstlerische Leitung übernommen.
Theaterleiter Marko Berger und technischer Leiter Jan Wiesbrock, 14.2.1919 Foto © W. Barth
Weitere Informationen: http://www.orangerie-theater.de/theater/ 
Das Ensemble der Köln-Premiere: fringe ensemble
Das Bonner fringe ensemble wurde 1999 von Frank Heuel gegründet. Unter seiner Leitung sind bislang über 80 Produktionen, Projekte und Projektreihen entstanden. Das fringe ensemble arbeitet mit einem freien und offenen Ensemble freiberuflicher, professioneller SchauspielerInnen – ergänzt durch produktionsabhängig ausgesuchte MusikerInnen, VideokünstlerInnen und AutorInnen.  

Ausgehend von der Homebase im theaterimballsaal knüpft das fringe ensemble für die Produktion und Präsentation seiner Stücke lokale, regionale, bundesweite und internationale Partnerschaften und baut diese kontinuierlich aus.

Weitere Informationen: www.fringe-ensemble.de/ueber-uns/
Das Stück
Der Autor

Mirza Metin: Playwright, director, actor, instructor

Artistic director and cofounder of ŞERMOLA PERFORMAN / Kurdish coordinator of EURODRAM - European Network for Drama in Translation / Codirector of NEXUS - Kurdish German Theater Network

Weitere persönliche Daten zu Mirza Metin und zu seiner Arbeit auf seiner Homepage https://mirzametin.com/vita
Entstehung des Stückes
Frank Heuel (fringe ensemble) und der kurdische Autor, Schauspieler und Regisseur Mirza Metin lernten sich 2016 in Istanbul kennen. Dort arbeiteten sie für die Produktion „Zwischenhalt" zusammen, die im  vergangenen Herbst u.a. auch in Bonn zu sehen war. Im Sommer 2017 kam Mirza Metin im Auftrag des fringe ensemble zu einer Recherche nach Deutschland, für die er in Bonn und Köln zahlreiche Interviews mit Kurdinnen unterschiedlichen Alters geführt und aufgezeichnet hat. In diesen Gesprächen ging es um die individuellen Lebensgeschichten, um Fragen nach der Herkunft, nach dem Grund des Hierseins, nach Hoffnungen und Wünschen der Mitglieder eines heimatlosen Volkes.

Zwei der kurdischen Lebensgeschichten erschienen Metin in ihren Motiven besonders exemplarisch und in ihrer Intensität sehr berührend. Sie bilden die Grundlage für die Figuren des Stückes ANZIEHUNGSKRÄFTE, für das der Autor aber auch bei der Liebesgeschichte von Sherin und Farhad Anleihen nimmt, die in der osmanischen Kultur ebenso bekannt ist, wie bei uns die von Romeo und Julia.

Übersetzung aus dem Kurdischen ins Deutsche: Dilan Akter, Aytug Erdil und das Team des fringe ensembles.

Text: Flyer fringe ensemble ANZIEHUNGSKRÄFTE
Hicran Demir und David Fischer in ANZIEHUNGSKRÄFTE Foto © Lilian Szokody

Der Boden zieht, die Liebe fliegt.

Ein roter Teppich, eine fast leere Bühne, eine fahrbare Wand, die „mit Zeichnungen von Gesichtern, Häusern, Pistolen oder Autos aus den kollektiven Gedächtniskammern bestückt ist“ (choices), und zwei Schauspieler, die die Zuschauer Kraft der Sprache hineinziehen in das Leben der Protagonisten – ANZIEHUNGSKRÄFTE setzt auf die Imaginationskraft und den Sog einer pur wie raffinert erzählten, sehr berührenden Geschichte: 4.000 km voneinander entfernt machen sich Şêrîn und Ferhad ohne einander zu kennen am selben Tag auf eine weite Reise: Sie, um dahin zurückzukehren, wo sie geboren ist, er, um dort Krieg und Zerstörung hinter sich zu lassen. In Istanbul kreuzen sich ihre Wege. Sie verlieben sich. Aber sie lassen sich von ihren Zielen nicht abbringen.

Der kurdische Autor Mirza Metin hat bereits im vergangenen Jahr eine Reihe von Interviews mit in Deutschland lebenden Kurd*innen geführt. Sie haben ihm von ihrem Leben in Deutschland und ihrem Verhältnis zu ihrer Herkunft erzählt. Diese Geschichten sind in sein Auftragswerk für das fringe ensemble eingeflossen. Entstanden ist ein Stück aktueller Zeitgeschichte.

Eine Produktion von fringe ensemble/Türkei GbR in Koproduktion mit Şermola Perfomans, Istanbul. Gefördert durch: Bundesstadt Bonn, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Institut für Auslandsbeziehungen.

Text: www.fringe-ensemble.de/projekt/anziehungskraefte/

Die Aufführung
fringe ensemble, Plakat im Theaterfoyer. Foto: W. Barth
Auszug aus dem Premierenprogramm
Anwesend
Der Regisseur und Direktor des fringe ensembles FRANK HEUEL Foto: Thomas Morsch
Hicran Demir und David Fischer. Foto: fringe ensemble
Das Stück hat mich von Anfang bis Schluss in seinen Bann gezogen. Die professionelle Intensität der schauspielerischen Darbietung durch Hicran Demir und David Fischer, die nichtkryptische, direkte Sprache, die dynamische Handlungsentwicklung der in Gegenrichtung verlaufenden Reisen, das funktionale, Assoziationsräume öffnende Bühnenbild bei meisterhaftem technischen Ablauf, die Inhalte der Dialoge und Monologe vermitteln eine dichte Information über die kurdischen Situation in der Türkei und Deutschland. Man erlebt Zeitgeschichte hautnah und verlässt das Theater verändert. Die Poesie der sehnsuchtsvollen Liebesbeziehung im Zentrum des Stückes und die poetisch bildhaften Sprachanteile vermeiden dabei jede Nähe zum rein dokumentarischen Theater.
Ich danke Hicran und Mirza für die Gespräche vor und nach der Aufführung, die bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen haben.
Kontext: NEXUS KURDISCH-DEUTSCHES THEATERNETZWERK

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Portrait MARCEL ZANG et exposé MON GENERAL (F)

© Marcel Zang, Mon Général, tragi-comédie en trois actes ; manuscrit inédit ; © Übersetzung ins Deutsche, Mein General, Wolfgang Barth, August 2013, www.vieuxloup.de 
Lors de la réunuion annuelle EURODRAM à Lisbonne 2016 le message triste nous est parvenu: Marcel Zang est décédé le 16 mai 2016. On a perdu un grand écrivain et j'ai perdu un grand ami. 
Pour le programme de sa mise en scène de la pièce de Marcel Zang, Mon Général du 22 novembre au 21 décembre 2012, Kazem Shahryari, directeur de l'Art Studio Théâtre à Paris, a écrit les textes suivants.
L'auteur
Né au Cameroun en 1954, Marcel Zang est arrivé en France en 1963. Après des études de Lettres, il s'installe à Nantes où il vit et écrit. Boursier en 2001 de l’association Beaumarchais-SACD, il fait la même année une résidence d’écriture à la Maison des Auteurs, à Limoges, où il terminera la rédaction de L’Exilé, une pièce couronnée en 2005 par le prix SACD de la dramaturgie francophone. En 2002, il effectue une résidence du CEAD au Centre d’Arts d’Orford, au Québec ; boursier du CNL en 2003 et 2007. En 2010, il est lauréat du prix SACD « Nouveau Talent Théâtre ». Auteur de théâtre (quatre pièces aux éditions Actes Sud-Papiers : L’Exilé suivi de Bouge de là, Pure vierge et La danse du Pharaon, mise en espace en 2005 à la Comédie-Française, au Théâtre du Vieux-Colombier), Marcel Zang était également poète, nouvelliste et romancier. En 2011, sa pièce Mon Général fut lauréate de l’Aide à la création du Centre national du Théâtre.
Présentation de la pièce Mon Général

Mon Général est une tragi-comédie en trois actes où se croisent la petite et la grande histoire, dont l’action se passe dans les années 70 à Paris, et qui parle de l’Afrique, des Africains, des anciens combattants, du Général de Gaulle, des indépendances africaines, des « travailleurs immigrés », de la guerre d’Algérie, des Français, des Blancs et des Noirs, de l’amour... et du désamour.

Comme son père – « tirailleur sénégalais » qui a fait les deux grandes guerres mondiales et combattu dans les corps d’armées d’Afrique de la 2ème Division blindée du colonel Leclerc – le camerounais Augustin, dit « Mon Général », voue un véritable culte au Général de Gaulle. Cet amour pour le Général le conduira en France « parmi les siens » ; et, de désillusions en déchéances physiques et morales, il n’aura plus que ses compatriotes pour l’entourer et le soutenir dans sa folie.

Le parcours d’Augustin retrace une histoire universelle totalement ignorée. Il laisse percevoir les rêves, les peurs et rancoeurs qui habitent les travailleurs venus d’Afrique noire et d’Algérie au lendemain des indépendances. Véritable figure tutélaire, le Général de Gaulle hante les discours des personnages tel un spectre glorieux, pour certains, comme une ombre encombrante, pour d’autres. Comment s’approprier l’histoire, la langue et l’avenir d’un pays loué par la génération des pères lorsque le présent ne coïncide plus avec les chants passés ? Avec force et humour,
Marcel Zang donne corps et voix à ces destins qui se croisent dans la nuit parisienne pour partager leurs doutes et négocier l’espoir.

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Porträt MARCEL ZANG und Exposé MEIN GENERAL (D)

© Marcel Zang, Mon Général, tragi-comédie en trois actes ; manuscrit inédit ; © Übersetzung ins Deutsche, Mein General, Wolfgang Barth, August 2013, www.vieuxloup.de 
Marcel Zang lebte und arbeitete in Nantes. Während der EURODRAM-Jahresversammlung in Istanbul 2016 erreichte uns völlig unerwartet die Nachricht, dass Marcel Zang am 21. Mai 2016 verstorben ist. Ein großer Verlust. Ich habe einen Freund verloren.
Marcel Zang wurde 1954 in Kamerun geboren. Er war Schriftsteller, Dichter und Theaterautor.

Zahlreiche Veröffentlichungen in Frankreich und im Ausland in Zeitungen und Zeitschriften.

Sein Stück La Danse du Pharaon (Actes Sud-Papiers, 2004) wurde von der Comédie-Française im Théâtre du Vieux-Calombier im Juli 2005 in szenischer Lesung aufgeführt.

Marcel Zang war 2001 Stipendiat der Fondation Beaumarchais, 2003 und 2007 des CNL (Centre nationale du livre), 2005 Preisträger des Prix SACD de la dramaturgie francophone für sein Stück LExilé (Actes Sud-papiers, 2002) und 2010 Preisträger des Prix SACD Nouveau Talent Théâtre.

Lesung des Stückes Bouge de là (Actes Sud-papiers, 2002) durch die Compagnie des Docks im Théâtre du Rond-point in Paris unter der Leitung von Jacques Descorde.

Sein Stück Mon Général (aufgenommen in die Auswahlliste des Preistträger 2011 des CNT, Centre national du théâtre zur Inszenierungsförderung) wurde 2012 im Art Studio Théâtre in Paris von Kazem Shahryari inszeniert.

Lesung des Stückes Le Programme über totalitäre Demokratien, inspiriert vom Werk Edouard Bonds, beim Festival d’Avignon 2012 durch den Regisseur Christophe Rouxel. Inszenierung und Adaptation als „Comédie musicale“ von „Bouge de là“ (Dezember 2014 bis Februar 2015) durch Kazem Shahryari im Art Studio Théâtre. „Es ist höchste Zeit, dass Regisseure in diese brennend heiße und eisige Sprache eintauchen“, sagt Louise Doutreligne, Mitbegründerin der Écrivains associés du Théâtre (EAT) und Vorsitzende der Sparte Theater bei der SACD (Société des auteurs et compositeurs dramatiques).

„Ein bedeutender Dichter, ein machtvoller Künstler, der etwas zu sagen hat, Aussagen, die vielleicht stören, aber mit Kraft und Talent dargelegt werden“ (Ekia Badou, Jeune Afrique magazine, November 2012).
Theaterstück MEIN GENERAL
Das Stück handelt von Afrika, von den Afrikanern, vom Algerienkrieg, von Immigranten, ehemaligen Frontkämpfern und vom General de Gaulle.

Ausdrucksstark und humorvoll zeichnet der Autor das tragische Schicksal eingewanderter Arbeiter in Frankreich nach, gefangen im widersprüchlichen Netz ihrer eigenen Geschichtsinterpretation, ihrer Lebensbedingungen und ihrer ambivalenten Gefühle gegenüber dem Gastland.

Die Handlung spielt 1972 in Paris, zwei Jahre nach dem Tod des Generals de Gaulle. Die Hauptperson Augustin vergöttert den General. Diese überzogene Bewunderung hat er von seinem Vater übernommen, einem ehemaligen Kameruner Gefreiten der französischen Armee, der in beiden Weltkriegen gekämpft hat. Aber, so sagt Saïd, „mit de Gaulle ist es wie mit den weißen Frauen, ganz genauso. Alles, was er will, ist dein Körper, und nix geben.“ Dieser Sichtweise gegenüber bleibt Augustin blind und er versteht auch nicht den Pragmatismus des Algeriers, der nur nach Frankreich gekommen ist, weil er seine Familie ernähren muss: „Ich bin nicht in Frankreich, ich bin bei meinem Chef! Nicht de Gaulle bezahlt mich, der Chef bezahlt mich.“

Beide haben es mit einem Land zu tun, das gastfreundlich und zugleich ungastlich ist. Während Saïd sich über das Debakel Frankreichs in Algerien freut, vergeht Augustin vor Gefühlen, wenn er in seiner Dachmansarde die Reden des Generals de Gaulle und die Marseillaise anhört. Nichts wird ihn von seiner Liebe abbringen, nicht einmal, was man ihm über seinen Landsmann Menguele erzählt, einen hochdekorierten Kriegsheimkehrer, der seine Wut in Fußtritten und Beschimpfungen seines Hundes auslässt, den er „de Gaulle“ getauft hat.

Wolfgang Barth, 25.05.2015

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Portrait (F): Lucie Depauw


Photo © sceneline studio
Lycie Depauw est né en 1978 à Lyon. Elle a suivi des études cinématographiques et audiovisuelles.

Pour ses textes elle a reçu des bourses d'écriture de la fondation Beaumarchais SACD ( « Dancefloor memories » en 2009 ), des aides à la création du Centre National du Théâtre (« Hymen » en 2011 « Lilli/HEINER »en 2012 « Sas,Théâtre d'opérations et suites cinq étoiles » en 2013 (également soutenu par une bourse d'écriture du Centre National du Livre.)

Elle a été lauréate des journées d'auteurs de Lyon en 2011 (« Dancefloor memories ») et finaliste du grand prix de littérature dramatique en 2015 avec « Lilli/HEINER »

La pièce Dancefloor memories a été créée au Studio Théâtre de la Comédie Française au printemps 2015 par Hervé Van Der Meulen et à l’automne 2016 par Didier Lastère (cie théâtre de l’éphémère). La pièce « Lilli/HEINER » a été crée en 2014 au Staatstheater de Mainz par Brit Bartkoviak, elle sera également crée au théâtre des Célestins de Lyon à l'automne 2017 (par Cécile Auxire-Marmouget / Christian Taponard) Elle a également été mise en ondes pour la radio France Culture par Cédric Aussir.

La pièce « Garden scene » a été crée par Francois Rancillac à l’occasion du festival de caves 2016.

Certains textes sont édités (Editions Solitaires intempestifs, Editions Koinè) et traduits dans plusieurs langues.

Elle travaille également comme assistante à la mise en scène dans l'audiovisuel depuis une quinzaine d'années.

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Portrait (D): Lucie Depauw


Foto © sceneline studio
Lucie Depauw wurde 1978 in Lyon geboren. Nach Studien zum Film und zu audiovisuellen Medien arbeitet sie seit 15 Jahren auch im audiovisuellen Bereich als Regieassistentin. Als begeisterte Theaterschriftstellerin verfasste sie mehrere Stücke, die zum Teil veröffentlicht (Éditions Koïnè, Editions Solitaires intempestifs) und ins Deutsche (Drei Masken Verlag; Karl Mahnke Theaterverlag), Serbische, Italienische und Englische übersetzt wurden.

Das Stück Dancefloor Memories  [Schreibstipendium der Fondation Beaumarchais 2009; Preisträgerin 2011 der Journées d’auteurs de Lyon; 2012 LeserInnenpreis der Comédie Française] wurde im Frühjahr 2015 am Studio Théâtre de la Comédie Française von Hervé Van der Meulen und im Herbst 2016 am Théatre de l’Éphémère von Didier Lastère inszeniert. Das Stück Lilli/HEINER Intra muros (2012) [Endauswahl 2015 des Grand prix de littérature dramatique] wurde 2014 am Staatstheater Mainz von Brit Bartkoviak und im Herbst 2017 am Théâtre des Célestins de Lyon von Cécile Auxire-Marmouget und Christian Taponard inszeniert. Die Stücke Hymen (2011), Lilli/HEINER Intra muros (s.o.) und SAS, Théâtre d’opérations et suites cinq étoiles (2013) wurden vom Centre National du Théâtre gefördert,  SAS durch ein Schreibstipendium des Centre National du Livre.

Weitere Stücke : Carcasses exquises (2005); Le désert brûle-t-il ? (2007); Garden scene (2013); Inszenierung 2016 durch François Rancillac beim Festival de Caves ; Paris / Dakar. Le grand voyage de petit Mouss (2016) ; JOHN DOE (I need a hero) (2017).

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Portrait (D): Claire Gatineau

Foto © Yves Robic
Claire Gatineau ist 1973 in Frankreich geboren und lebte bis zu ihrem 18. Lebensjahr im Département Hautes-Alpes an der italienischen Grenze. Von da an wohnt sie in Brüssel und ist künstlerisch in verschiedenen Bereichen tätig: Theater, Schreiben, Zeichnen, Rundfunkproduktionen. Sie inszeniert zahlreiche Theaterstücke für Erwachsene und Jugendliche und leitet Schreib- und Zeichenworkshops für Kinder und Jugendliche in Schulen.

Der Verlag Lansman gibt 2011 unter dem Titel D’Andréas à la maison vier ihrer Theaterstücke heraus  (André, Andreas; La femme à barbe bleue ; Les pieds nus ; Je suis à la maison). Au-dessus de la plaine wird 2007 vom Verlag L‘espace d‘un instant herausgegeben und 2016 neu aufgelegt.

Sie inszeniert weitere Stücke oder stellt sie in szenischen Lesungen vor: Das in Gemeinschaftsarbeit mit Fujio Ishimaru geschriebene Stück Maurice Toppack a disparu (2011); Hippocampe (2011).

2016 gründet sie den Verlag Les livres du lac und gibt als erstes Buch Balthazar, Dieu et Moi heraus.
Au-dessus de la plaine

Das Stück Au-dessus de la plaine wurde gefördert durch eine Schreibresidenz in der Chartreuse von Villeneuve-lès-Avignon (Mont-Dauphin im Briançonnais und direkt in der Chartreuse). Der Text wurde von Catherine Simon am Théatre de L‘L in Brüssel 2004 in einer szenischen Lesung vorgestellt, in Frankreich im Oktober 2007 von Dominique Dolmieu mit der Unterstützung von Céline Barcq und dem Théâtre de Syldavie im Espace Quartier Latin in Paris im Rahmen des Festivals Art en Exil. 2016 wurde Au-dessus de la plaine von Claire Gatineau und Viviane Escazut im Théâtre du Briançonnais inszeniert

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Portrait (F): Claire Gatineau

Photo © Yves Robic
Claire Gatineau est née en France en 1973 et vit jusqu’à ses 18 ans dans les Hautes Alpes, à la frontière italienne. Par la suite elle s’installe à Bruxelles et développe un parcours d’artiste pluridisciplinaire : théâtre, écriture, dessin, et création radiophonique. Elle met en scène de nombreux spectacles pour le théâtre adulte ou jeune public. Elle donne des ateliers dans les écoles à des enfants et adolescents, avec qui elle écrit et dessine.
Un recueil de quatre de ses pièces, D’Andréas à la maison, est édité chez Lansman en 2011. (André, Andreas ; La femme à barbe bleue ; Les pieds nus ; Je suis à la maison)
Elle met en scène et ou en voix d’autres de ses textes : Maurice Toppack à disparu, coécrit avec Fujio Ishimaru (2011) ; Hippocampe (2011)
En 2016, elle crée la maison d’édition Les livres du lac, dont le premier livre est Balthazar dieu et Moi.
Au-dessus de la plaine
L’écriture d’Au-dessus de la plaine a bénéficié d’une résidence d’écriture à la Chartreuse de Villeneuve-lès-Avignon se déroulant entre Mont-Dauphin dans le Briançonnais et les murs mêmes de la Chartreuse. Le texte a été mis en voix pour la première fois par Catherine Simon au théâtre de L’L à Bruxelles, en 2004. En France, pour la première fois en 2007 à Paris à l’Espace Quartier Latin, dans le cadre du festival Art en Exil, mis en voix par Dominique Dolmieu, assisté de Celine Barcq et le Théâtre de Syldavie. Il a été mis en scène par Claire Gatineau et Viviane Escazut au Théâtre du Briançonnais en 2016.
Au-dessus de la plaine est édité à L’espace d’un instant en 2007, puis y est réédité en 2016.

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